Bei der U23-Weltmeisterschaft im tschechischen Racice fuhr Julian Bothe vom Hanauer Ruderclub Hassia mit dem Leichtgewichts-Männer-Doppelvierer des Deutschen Ruderverbandes souverän zur Goldmedaille. Lisa Holbrook sicherte sich im Frauen-Achter die Bronzemedaille. 


 

„Es war mit Sicherheit das anstrengendste Rennen der Saison und trotzdem war es das Rennen, das am meisten Spaß gemacht hat“, erzählte der frisch gebackene Weltmeister nach seiner furiosen zu Fahrt zu Gold. Gemeinsam mit Finn Wolter (Witten), Paul Leerkamp (Osnabrück) und Aaron Wenk (Berlin) hatte er auf den 2000 Metern eine Bootslänge auf die Verfolger aus Frankreich (Silber) und Italien (Bronze) herausgerudert. Bereits im Vorlauf hatte die deutsche Crew die Italiener deutlich distanziert und war mit der schnellsten Zeit aller Boote vom Wasser gegangen. Spätestens danach war klar, dass die Aussichten für den Finaltag glänzend sind. Und glänzend war dann auch die Rudertechnik. Mit blitzsauberer Wasserarbeit und einem harmonischen Rhythmus brachte die Mannschaft um den Hanauer Schlagmann ihr Boot so gut ins Laufen, dass sie nach anfänglicher Führung ihren Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf mehr als eine Bootslänge ausbauen konnte. „200 Meter vor dem Ziel wurde mir das erste Mal klar, dass unseren Gegnern das Wasser zum Aufholen ausgeht“, so Bothe nach dem Rennen. Und tatsächlich: nach 5:56,23 hatte der deutsche Bugball als erstes die Ziellinie durchschnitten. Überglücklich nahm Bothe, der in der Sportfördergruppe der hessischen Polizei studiert, die Goldmedaille entgegen. „Wenn der Sprecher deine Mannschaft als Champions of the World ankündigt und die Nationalhymne gespielt wird, dann rollt auch die ein oder andere Träne“ gab Bothe einen Einblick in seine Gefühlswelt nach dem Rennen. 


 

Eine zwischenzeitliche Führung erruderte sich auch der deutsche Frauen-Achter mit Hassianerin Lisa Holbrook an Bord. „Wir sind stark losgefahren, haben stark nachgelassen, aber es hat gereicht“ fasste Holbrook das Rennen ihrer Achter-Crew prägnant zusammen. Bis zur 1000-Meter-Marke fuhr der Achter des Deutschen Ruderverbandes an der Spitze des Feldes mit. Auf der zweiten Streckenhälfte zog zunächst die Mannschaft aus den USA und dann das Boot aus den Niederlanden auf und davon, der deutsche Achter konnte die Bronzemedaille mit einer Bootslänge Vorsprung bis ins Ziel absichern, Polen folgte mit vier Sekunden Rückstand auf Platz 4. 

„Die Niederlande hatten wir auf dem Schirm und die Amerikanerinnen dominieren seit Jahren“ analysierte Holbrook nach dem Rennen. Tatsächlich ist die Bronzemedaille im Frauen-Achter viel wert, denn die Riemen-Frauen des Deutschen Ruderverbandes hatten in den letzten Jahren nicht viele Medaillen gewinnen können. Nun könnte die Talsohle durchschritten sein: nach Gold bei der U23-Europameisterschaft im vergangenen Herbst jetzt also WM-Bronze für Holbrook mit dem deutschen Frauen-Achter. 
 


„Das war eine perfekte U23-WM für uns. Gold für Julian bei seiner ersten WM-Teilnahme ist natürlich der Oberhammer. Und das auch Lisa mit einer Medaille heimkommt freut mich ganz besonders.“ war Hassia-Trainer Volker Lechtenberg voll des Lobes über die WM-Ausbeute seiner Hassia-Sportler.