Bei der U23-Weltmeisterschaft im tschechischen Racice fuhr Julian Bothe vom Hanauer Ruderclub Hassia mit dem Leichtgewichts-Männer-Doppelvierer des Deutschen Ruderverbandes souverän zur Goldmedaille. Lisa Holbrook sicherte sich im Frauen-Achter die Bronzemedaille. 


 

„Es war mit Sicherheit das anstrengendste Rennen der Saison und trotzdem war es das Rennen, das am meisten Spaß gemacht hat“, erzählte der frisch gebackene Weltmeister nach seiner furiosen zu Fahrt zu Gold. Gemeinsam mit Finn Wolter (Witten), Paul Leerkamp (Osnabrück) und Aaron Wenk (Berlin) hatte er auf den 2000 Metern eine Bootslänge auf die Verfolger aus Frankreich (Silber) und Italien (Bronze) herausgerudert. Bereits im Vorlauf hatte die deutsche Crew die Italiener deutlich distanziert und war mit der schnellsten Zeit aller Boote vom Wasser gegangen. Spätestens danach war klar, dass die Aussichten für den Finaltag glänzend sind. Und glänzend war dann auch die Rudertechnik. Mit blitzsauberer Wasserarbeit und einem harmonischen Rhythmus brachte die Mannschaft um den Hanauer Schlagmann ihr Boot so gut ins Laufen, dass sie nach anfänglicher Führung ihren Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf mehr als eine Bootslänge ausbauen konnte. „200 Meter vor dem Ziel wurde mir das erste Mal klar, dass unseren Gegnern das Wasser zum Aufholen ausgeht“, so Bothe nach dem Rennen. Und tatsächlich: nach 5:56,23 hatte der deutsche Bugball als erstes die Ziellinie durchschnitten. Überglücklich nahm Bothe, der in der Sportfördergruppe der hessischen Polizei studiert, die Goldmedaille entgegen. „Wenn der Sprecher deine Mannschaft als Champions of the World ankündigt und die Nationalhymne gespielt wird, dann rollt auch die ein oder andere Träne“ gab Bothe einen Einblick in seine Gefühlswelt nach dem Rennen. 


 

Eine zwischenzeitliche Führung erruderte sich auch der deutsche Frauen-Achter mit Hassianerin Lisa Holbrook an Bord. „Wir sind stark losgefahren, haben stark nachgelassen, aber es hat gereicht“ fasste Holbrook das Rennen ihrer Achter-Crew prägnant zusammen. Bis zur 1000-Meter-Marke fuhr der Achter des Deutschen Ruderverbandes an der Spitze des Feldes mit. Auf der zweiten Streckenhälfte zog zunächst die Mannschaft aus den USA und dann das Boot aus den Niederlanden auf und davon, der deutsche Achter konnte die Bronzemedaille mit einer Bootslänge Vorsprung bis ins Ziel absichern, Polen folgte mit vier Sekunden Rückstand auf Platz 4. 

„Die Niederlande hatten wir auf dem Schirm und die Amerikanerinnen dominieren seit Jahren“ analysierte Holbrook nach dem Rennen. Tatsächlich ist die Bronzemedaille im Frauen-Achter viel wert, denn die Riemen-Frauen des Deutschen Ruderverbandes hatten in den letzten Jahren nicht viele Medaillen gewinnen können. Nun könnte die Talsohle durchschritten sein: nach Gold bei der U23-Europameisterschaft im vergangenen Herbst jetzt also WM-Bronze für Holbrook mit dem deutschen Frauen-Achter. 
 


„Das war eine perfekte U23-WM für uns. Gold für Julian bei seiner ersten WM-Teilnahme ist natürlich der Oberhammer. Und das auch Lisa mit einer Medaille heimkommt freut mich ganz besonders.“ war Hassia-Trainer Volker Lechtenberg voll des Lobes über die WM-Ausbeute seiner Hassia-Sportler.

Mit den Taschen voller Edelmetall kehren die Ruderinnen und Ruderer des Hanauer
Ruderclub Hassia von den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften aus Essen zurück.
Die zahlreichen Fans konnten an einem perfekten Regatta-Wochenende 4 Fahrten
zu Gold und 3 zu Silber bejubeln.
Für Lisa Holbrook, Julian Bothe und Celina Grunwald geht es jetzt sogar erst richtig
los: sie fahren mit der WM-Nominierung des Deutschen Ruderverbandes in der
Tasche zu den Weltmeisterschaften.

 


Doppel-Gold für U23-Europameisterin Lisa Holbrook
Unangefochtene Nummer 1 im Hassia-Lager war wieder einmal die U23-
Europameisterin Lisa Holbrook. Bereits vor 3 Wochen hatte sie sich die Nominierung für
die U23-Weltmeisterschaft, die vom 09.-11.07. in Racice / CZE ausgetragen wird
gesichert. Seitdem befindet sie sich mit ihrem Frauen-Achter im Trainingslager in
Ratzeburg. Aus dem vollen Training heraus nahm die U23-Nationalmannschaft nun an
der Deutschen Jahrgangsmeisterschaft teil und machte sich über Doppelstarts dabei
gegenseitig Konkurrenz. Erwartungsgemäß stark zeigte sich Lisas WM-Crew im Frauen-
Achter. Mit einem Start-Ziel-Sieg ruderte die Mannschaft zur Goldmedaille. Völlig
überraschend jedoch war die weitere Goldmedaille im Frauen Vierer ohne Steuerfrau,
schließlich war hier auch das für die U23-WM vorgesehene und favorisierte Boot des
Deutschen Ruderverbandes am Start.
Mit einem schnellen Start konnte sich Holbrooks Mannschaft, die aus der Hälfte des
nominierten WM-Achters bestand, gleich zu Beginn des Rennens in Führung legen. Mit
hoher Schlagfrequenz ruderten sich die eigentlichen Achter-Damen beinahe in einen
Rausch. Im Ziel gab es dann selbstverständlich große Freude im Hassia-Lager über den
unerwarteten Titel im Frauen-Vierer, aber auch einige nachdenkliche Blicke bei den
DRV-Verantwortlichen, die den WM-Vierer in den kommenden 2 Wochen nun wieder
auf Kurs bringen müssen.

 

 


 

Gold für Julian Bothe im Leichtgewichts-Doppelvierer
Julian Bothe hat seine U23-WM-Nominierung ebenfalls schon vor 3 Wochen perfekt
gemacht. Er startet auf der U23-WM in Racice im Leichtgewichtsdoppelvierer des
Deutschen Ruderverbandes und befindet sich seit fast 3 Wochen im WM-Trainingslager
in Berlin. Aus dem vollen Training heraus trat die Mannschaft zur Deutschen
Jahrgangsmeisterschaft an und konnte voll überzeugen. Direkt nach dem Start
übernahm die DRV-Crew um Schlagmann Bothe die Führung und baute diese über die
Strecke kontinuierlich aus. Mit mehr als einer Bootslänge Vorsprung fuhr die
Mannschaft zum Titel und kann nun mit Selbstvertrauen den letzten Feinschliff für die
WM in Angriff nehmen, bevor es dann am kommenden Wochenende mit dem gesamten
DRV-Tross nach Racice / CZE geht.



Gold für Jara Herbert, Jacqueline Reitz und Lena Ivanda im U17-Achter
Für ganz große Furore sorgten die Jüngsten im Hassia-Kader: mit dem U17-Achter des
Hessischen Ruderverbandes fuhren Jara Herbert, Jacqueline Reitz und Lena Ivanda zur
Goldmedaille im Juniorinnen-Achter U17. Auch diese Mannschaft startete sehr schnell
und lag bereits nach einem Drittel der Strecke fast eine Länge in Führung. Auf dem
mittleren Teilstück dann hielten die Zuschauer kurz die Luft an. Mit unglaublicher
Geschwindigkeit rauschte die Mannschaft aus Baden-Württemberg heran und wollte

den jungen Hessinnen die Goldmedaille streitig machen. Doch Steuerfrau Tasmia
Talukder aus Offenbach hatte die Crew um ihr Hassia-Mittelschiff gut im Griff. Mit einem
Druck-Spurt zur richtigen Zeit wurde der Angriff abgewehrt und das Team Hessen
ruderte mit einer halben Achterlänge Vorsprung zur Goldmedaille.

 


Silber und WM-Nominierung für Celina Grunwald
Für Celina Grunwald war das Wochenende ein Nerven-Krimi der besonderen Art. Die
17-jährige rudert zwar erst seit kurzer Zeit, konnte aber gleich mit bemerkenswerten
Ergebnissen auf sich aufmerksam machen. Zunächst trat sie mit ihren Partnerinnen aus
Mainz und Passau im Vierer ohne Steuerfrau an. In dieser Bootsklasse wird die
siegreiche Mannschaft für die Junioren-WM nominiert. Daher herrscht vor diesen Finals
immer eine ganz besondere Anspannung, die oftmals auch zu größten Überraschungen –
in den letzten Jahren auch zu Gunsten vieler Hassianerinnen – geführt hat. Und auch
Grunwalds Crew wollte das Unmögliche möglich machen und nach Gold greifen. Dafür
muss es aber vom Start an passen. Nach einem couragierten - aber eben nicht ganz
perfekten – Rennen waren es am Ende 2,5 Sekunden, die zu Gold und zur direkten WM-
Nominierung fehlten. Besonders bitter: mit diesem recht überschaubaren Abstand
reichte es nur für Platz 4.
Der Nerven-Krimi um die WM-Nominierung ging also weiter. Eine Achter-Medaille
musste her. Dann bestanden noch Möglichkeiten über die physische Leistungsfähigkeit
in die Nationalmannschaft aufgenommen zu werden, denn Celina Grunwald ist eine der
stärkeren Ruderinnen Deutschlands.
Bis zum vorletzten Rennen dieser Meisterschaften war also Zittern angesagt. Die
Medaille im Achter kam und es wurde sogar Silber. Aus dem siegreichen Achter waren
bereits alle nominiert. Das muss doch reichen? Um 18:15h mitten auf dem Regattaplatz
und noch mittiger im Gewitterschauer dann die Erlösung. Trainer Volker Lechtenberg
erhielt den Anruf aus der Nominierungskommission: „Celina Grunwald möge sich bitte
Ihre Unterlagen abholen!“
Nun schlägt Celina ein ganz neues Kapitel in ihrer noch jungen Ruderlaufbahn auf. Am
10. Juli, wenn Holbrook und Bothe schon um U23-WM-Medaillen kämpfen, lässt
Grunwald die Heimat für 5 Wochen hinter sich. 4 Wochen Trainingslager in Berlin-
Grünau und eine Woche Junioren-WM in Plovdiv, Bulgarien, stehen seit Sonntag in
ihrem Termin-Kalender.

 


Silber für Ole Hanack im Junioren-Achter
Ole Hanack freut sich nach einer durchwachsenen Saison über Silber im U19-Achter.
Für Ole als einen der stärksten deutschen Junioren wollten die Boote eine Zeit lang nicht
so recht in Schwung kommen. Auf einige Lichtblicke folgten in den Ranglisten-Rennen
des Deutschen Ruderverbandes immer wieder Rückschläge. Mit einem Partner aus Trier
ging es für Hanack zunächst im Zweier um die Medaillen. Doch auch hier setzte sich das
Auf und Ab fort. Zu langsam wurde das Halbfinale vom Start angegangen:
ausgeschieden. Achtungserfolg dann im B-Finale: deutlicher Sieg mit schnellster Zeit,
aber eben nur Platz 7.
Der Befreiungsschlag kam dann im Achter. Inmitten der hochkarätigen Konkurrenz der
für die Junioren-WM nominierten Sportler trat auch der Achter des Süd-Teams an, von
dem - und das ist leider ein Tiefpunkt für das Süd-Team – kein einziger Ruderer für die
Junioren-WM qualifiziert ist. Glücklicherweise ließ sich die Mannschaft davon nicht
beeindrucken und ruderte ein starkes Finalrennen. Lange Zeit rangierte man nur auf
Platz 4, aber auf den letzten 500m zeigte die süddeutsche Renngemeinschaft dann
Moral. Mit einem beherzten Endspurt zogen sie an gleich zwei Booten vorbei und

sicherten sich die Silbermedaille. In dieser Woche entscheidet sich, ob diese
Silbermedaille für Ole noch ein Türöffner zum Nationaltrikot sein kann: im September
wird in München die U19-Europameisterschaft ausgetragen. Diese Nominierungen
stehen noch aus und werden in den kommenden Tagen erwartet.

 


Silber für Simon Gimplinger, Jakob Rastetter und Leonard Rieth im U17-
Doppelvierer

Mit einem der härtesten Final-Rennen vom ganzen Wochenende hat die junge
Doppelvierer-Mannschaft von Trainer Nick Stollenmeyer die Zuschauer verzaubert.
Rastetter, Gimplinger und Stm. Leonard Rieth, die gemeinsam mit Linus Klein
(Offenbach) und Jasper Schulz (Gießen) im Boot saßen, waren bereits im Vorfeld für ihre
offensive Fahrweise bekannt. Und so kam es auch im Finale.
Vom Start weg führte die Mannschaft und baute sich einen deutlichen Vorsprung auf.
Drei weitere Boote klebten ihnen am Heck, die Medaille schien nach 500m trotz
deutlicher Führung noch nicht abgesichert. Das Zittern bei den mitgereisten Eltern auf
der Tribüne schien noch auf dem Regattaplatz unter den Füßen der Trainer spürbar zu
sein. Bei Streckenhälfte dann mussten die Boote aus Baden-Württemberg und Berlin
ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen und fielen deutlich zurück. Doch an der Spitze
entwickelte sich der nächste Ruderkrimi dieser Meisterschaften. Noch führte die
Mannschaft um Schlagmann Rastetter doch das Boot aus Dresden/Leipzig kam Schlag
für Schlag näher. Wenige Schläge vor dem Ziel schob sich die Mannschaft aus Sachsen
knapp am hessischen Boot vorbei. Keine halbe Sekunde trennte die Mannschaften im
Ziel und die mitgereisten Fans freuten sich über die Silbermedaille. Auch wenn die
jungen Ruderer gerne noch ein paar Schläge länger in Führung geblieben wären – was
ihren Gesichtern bei der Siegerehrung durchaus anzusehen war: in dieser Bootsklasse,
die seit Jahren ein Sammelbecken für die besten deutschen Ruderer ist, die deutsche
Spitze mit zu bestimmen, hat hat eine Hassia-Mannschaft seit Jahrzehnten nicht
geschafft. Umso größer darf also bei allen Beteiligten die Freude über diese
herausragende Silbermedaille sein.

 

Tim Moormann trat im U19-Einer gegen sehr starke Konkurrenz an und ruderte mit
guten Rennen auf Rang 12.
Leon Nitsch und Niklas Papenfuß belegten im U17 Vierer mit Steuermann den fünften
Rang.
Laura Bussian schied in Renngemeinschaft mit Limburg im U17 Doppelzweier knapp im
Hoffnungslauf aus. Diese jungen Ruderinnen und Ruderer gehören größtenteils dem
jüngeren Jahrgang ihrer Altersklasse an und konnten wichtige Erfahrungen sammeln,
um dann in 2022 das Treppchen zu erobern.



Empfang an der Hassia
Stefan Buschbeck, 2. Vorsitzender Sport hatte am späten Sonntag Abend beim Empfang
am Bootshaus nur lobende Worte für das gesamte Team parat: „In der Spitze top, das
kennen wir seit Jahren von Euch, aber ganz besonders freut mich auch die Breite, die das
Trainerteam da aufgebaut hat, denn das ist für uns als Verein ganz besonders wichtig.“
Mit 14 Ruderinnen und Ruderern war die Hassia nach Essen gereist. 10 von Ihnen
kehren mit Medaillen heim, gar 5 Sportlerinnen und Sportler mit der goldenen. Diese
Bilanz bestätigt die herausragende Arbeit, die in der Talentschmiede an der
Ochsenwiese seit vielen Jahren geleistet wird.

Als Ersatz für die derzeit vollständig abgesagten Nachwuchsregatten führen der
Deutsche und der Hessische Ruderverband regelmäßig Trainings- und
Wettkampfmaßnahmen für ihre Kadersportler durch.
Hier nehmen die Juniorinnen und Junioren des Hanauer RC Hassia mit Erfolg teil und
können sich so dem Deutschen Ruderverband für höhere Maßnahmen empfehlen.
Ole Hanack und Tim Moormann ruderten auf der ersten Rangliste des Deutschen
Ruderverbandes, die Ende April in Hamburg ausgetragen wurde zu Platz 15 im Junioren
Zweier ohne Steuermann, Celina Grunwald erreichte Platz 21 im Juniorinnen Einer.
Damit sicherten Sie sich alle drei U19-Kadersportler die Startplätze, um am
kommenden Fronleichnamswochenende auf der zweiten und entscheidenden Rangliste
starten zu dürfen. Anhand dieser zweiten Ranglisten werden dann die weiteren Boote in
Richtung Deutscher Jugendmeisterschaft zusammen gestellt.
In der Altersklasse der U17 ist die Hassia derzeit mit 8 Kadersportlern ebenfalls sehr gut
aufgestellt.
Simon Gimplinger und Jakob Rastetter überzeugten in verschiedenen Riemen- und
Skull-Vierer-Kombinationen. Zudem stellten sie auf der ersten Wettkampfmaßnahme
des Hessischen Ruderverbandes in Köln den schnellsten hessischen Doppelzweier und
wurden nun vom Hessischen Ruderverband ausgewählt, auf einer
Wettkampfmaßnahme des Deutschen Ruderverbandes in Hamburg zu starten.
Jara Herbert, Jacqueline Reitz, Lena Ivanda und Laura Bussian nehmen als Landeskader
derzeit ebenfalls an allen Trainingsmaßnahmen des Hessischen Ruderverbandes teil.
Mit ihnen wird ein Achter gebildet, der bei entsprechender Leistungsfähigkeit auf der
Deutschen Jahrgangsmeisterschaft Ende Juni in Essen an den Start gebracht werden soll.
Ebenso befinden sich Niklas Papenfuß und Leon Nitsch als Landeskader im täglichen
Training und nehmen an Trainingsmaßnahmen für die Bildung von Mannschaftsbooten
des Hessischen Ruderverbandes teil.

Bei einer Leistungsüberprüfung des Deutschen Ruderverbandes in München konnten
Julian Bothe und Lisa Holbrook vom Hanauer RC Hassia voll überzeugen und sicherten
sich jeweils die Einladungen zur Nationalmannschaftsbildung des Deutschen
Ruderverbandes.
Die amtierende U23-Europameisterin Lisa Holbrook startete im Frauen Zweier ohne mit
Partnerin Stina Röbbecke (Celle) mit guten Ergebnissen im Vor- und Zwischenlauf in die
Regatta und qualifizierte sich für das A-Finale der besten 6 Boote. Bei starkem Wind und
entsprechendem Wellengang ruderten sie mit einem sehr starken Rennen auf Platz 3.
Dieser 3. Platz bedeutete die Einladung zur Mannschaftsbildung des Deutschen
Ruderverbandes, die in den kommenden Tagen in Leipzig stattfinden wird. Hier werden
die qualifizierten Sportlerinnen anhand verschiedener Parameter auf die Bootsklassen
Achter, Vierer ohne und Vierer mit Steuerfrau verteilt.
Julian Bothe ruderte ebenfalls über sehr gute Ergebnisse in das große Finale. Auch hier
entwickelte sich ein spannendes Rennen um die Nationalmannschaftsplätze mit
zahlreichen Platzierungswechseln auf der 2000m-Strecke. Im Ziel hatte Julian dann mit
Rang 3 ebenfalls die Einladung in der Tasche und wird nun im leichten Doppelvieren des
Deutschen Ruderverbandes sitzen. Damit feiert Julian Bothe, der nach seinem Abitur an
der KRS seit dem vergangenen Jahr in der Sportfördergruppe der hessischen Polizei
studiert, einen mehr als gelungenen Einstieg in die Seniorklasse.
Nun müssen Holbrook und Bothe am Fronleichnamswochenende mit ihren durch den
Verband formierten Mannschaften auf der Ratzeburger Ruderregatta gegen die
nationale Konkurrenz bestehen. Sollte dieser erste nationale Härtetest bestanden
werden, ist die Nominierung für die U23-Weltmeisterschaften, die vom 07.-11. Juli in
Racice / Tschechien stattfinden, sicher.

Im Rahmen einer Kaderüberprüfung hat der Deutsche Ruderverband am vergangenen Wochenende Ranglistenrennen rudern lassen. Julian Bothe feierte mit Rang 5 einen famosen Einstieg in die U23-Altersklasse. Im leichten Männer-Einer überzeugte er insbesondere mit Platz 2 im Zwischenlauf. Damit qualifizierte er sich für das große Finale, das er auf Platz 6 beendete. Da einer der Finalisten der U23 bereits entwachsen war, bedeutet dieser Platz einen 5. Rang im leichten U23-Einer, womit Julian sich ganz klar in den Kreis der WM-Aspiranten gerudert hat.
Herzlichen Glückwunsch und weiter so!

Vergangenes Wochenende gewann Lisa in Duisburg die Goldmedaille und darf sich damit amtierende Europameisterin im U23-Frauenachter nennen!

Wir gratulieren zu dieser herausragenden Leistung in diesen besonderen Zeiten.

 

 

 

 

Am kommenden Wochenende startet Hassia-Ruderin Lisa Holbrook mit
dem Deutschen Frauen-Achter bei der U23-Europameisterschaft in
Duisburg.
Auf der renommierten Wedau-Regattastrecke wird damit in diesem Jahr
einer der ganz wenigen internationalen Saisonhöhepunkte ausgetragen. In
Anbetracht der Absagen fast aller hochkarätigen Wettkämpfe verzeichnet
der Veranstalter ein Rekordmeldeergebnis von 650 Teilnehmern aus 32
Nationen. Der Deutsche Ruderverband ist in allen 22 Bootsklassen
vertreten und stellt damit als gastgebender Verband die größte Flotte.
Das Hygienekonzept des Veranstalters lässt zwar keine Zuschauer vor Ort
zu, die Rennen werden jedoch bei Youtube auf dem Kanal „worldrowing“
live übertragen. Die Vorläufe beginnen am Samstag um 09:00 Uhr.
Sonntag starten von 11:17h bis 15:26h die A-Finals. Der Deutsche Frauen-
Achter um Lisa Holbrook startet am Samstag um 12:55h im Vorlauf. Das
Finale geht am Sonntag um 14:48h auf die 2000m-Strecke.


Holbrook hatte sich Anfang Juli auf einer Leistungsüberprüfung des
Deutschen Ruderverbandes im Zweier ohne Steuerfrau mit ihrer Partnerin
Annika Weber (Mülheim/Ruhr) für die Nationalmannschaft qualifiziert. Es
folgte eine Mannschaftsbildung in Leipzig, bei der die Sportlerinnen anhand
einer Reihe von Testverfahren auf die Bootsklassen verteilt wurden. Hier
konnte sich Lisa Holbrook auf der Steuerbordseite mit Platz 2 im DRV-
Ranking durchsetzen und wurde mit einem Platz im Deutschen Frauen-
Achter belohnt. Ihrer Partnerin Annika Weber gelang auf der Backbordseite
ebenfalls der Sprung in den Achter. Es folgten zweieinhalb Wochen
Trainingslager in Ratzeburg und eine weitere Woche unmittelbare
Wettkampfvorbereitung in Essen auf dem Baldeneysee bevor die
Mannschaft dann schließlich an die Wedau-Regattastrecke kam. Nun stehen
in Duisburg die letzten Trainingseinheiten auf dem Programm. Die gesamte
deutsche Mannschaft ist hochmotiviert und freut sich sehr, dass nach einer
langen Phase ohne Wettkämpfe am Samstag endlich wieder das
langersehnte „Attention – Go!“ zu hören sein wird.

Wir freuen uns nach Lockerung der Corona-Hygienerichtlinien nun auch wieder Anfängertraining im Erwachsenenbereich anbieten zu können.

Dieses findet wie gewohnt von jetzt an jeden letzten Montag im Monat statt, beginnend mit Montag dem 29. Juni kommende Woche. 

Wir freuen uns über jeden Teilnehmer!

Der Hanauer Anzeiger berichtete in den letzten Wochen mehrmals über die Hassia.

Im ersten Artikel vom 07. Mai erzählt Sportvorsitzender Stefan Buschbeck von der aktuellen Trainingssituation und Heimtrainings als Ausweichplan.

https://www.hanauer.de/sport/lokalsport/ruderclub-hassia-hanau-darf-wegen-corona-weiter-nicht-trainieren-13753037.html

 

Im zweiten Artikel vom 13. Mai gibt es einen Bericht + Gespräch mit unserer ehemaligen Leistungssportlerin und nun Medizinstudentin kurz vor ihrem Staatsexamen Isabel Taeuber.

https://www.hanauer.de/sport/lokalsport/doktorarbeit-statt-ruder-wm-isabel-taeuber-steht-kurz-ihrem-staatsexamen-13761115.html

 

Beide Artikel sind interessant und schön zu lesen. Reinschauen lohnt sich!

Als am Kameradschaftsabend in Bürgel während der Mainwanderfahrt 2018 - so aus
der Verlegenheit heraus, welchen Fluss man eigentlich mal wieder befahren könnte –
der Vorschlag „Weser“ vorgebracht wurde, erntete er zwar Zustimmung, aber nicht
aus voller Überzeugung. Die Weser ist unter Ruderern bekannt als ein Fluss mit
eindrucksvoller Strömung und ermöglicht daher überdurchschnittlich lange
Tagesetappen im Vergleich zu anderen deutschen Flüssen. Dadurch entfernt man
sich während einer Wanderfahrt enorm vom Ausgangspunkt, was die Planung –
insbesondere die Logistik – schon etwas komplizierter macht. Fredy, Tünnes und
Jochen meldeten sich für Planung und Vortour; letztere wurde für Mitte Oktober
angesetzt.


Allein während der Vortour wurden 880 km gefahren, um die Ein- und Aussetzstellen
sowie Rastplätze und Übernachtungs-möglichkeiten auszubaldowern. Es war gar
nicht so leicht, Übernachtungsherbergen für 17 Leute jeweils für eine Nacht zu
finden; denn Mehrfachübernachtungen am gleichen Standort sind nicht so sinnvoll
angesichts der großen Entfernungen, die pro Tag zurückgelegt werden. Zudem
kommt: Die Weser ist ein beliebtes Ausflugsziel, besonders bei den grauköpfigen
Radfahrern; die fühlen sich angesichts der Weserlandschaft gerne an Grimms
Märchen und Erzählungen des Lügenbarons Münchhausen erinnert.
Aber solche Überlegungen entpuppten sich während der Vortour als Kinkerlitzchen
angesichts der für Ruderer unverzichtbaren Voraussetzung, genügend Wasser
unterm Kiel haben zu müssen. Zwar war noch bei einigen Vortourlern in dumpfer
Erinnerung geblieben, dass bei einer früheren Weser-Wanderfahrt der Wasserstand
so niedrig gewesen war, dass man aus den Booten aussteigen musste, um diese
über die Untiefen zu schieben und die Ruderer gezwungenermaßen das
unehrenhafte Verhalten von Wassertretern praktizierten.
Doch das Bild, welches im Oktober die Weser den Vortourlern bot, zeigte weder ein
starke Strömung, noch ausreichend Wasser: Der Fluss war ein Rinnsal mit breiten
Uferstränden, Fähren lagen auf dem Trockenen, Sandbänke ragten aus dem
niedrigen Wasser.


Kurz: Wir hatten das Ergebnis eines extrem trockenen Sommers in Deutschland vor
uns, an dem auch das Reservebecken für die Weser, der Edersee, nichts mehr
ändern konnte, denn dieser war auch fast leer.
Diese etwas unüblich lange Schilderung des Vortour-Geschehens findet seine
Berechtigung, weil die Vortour-Gruppe einkalkulieren musste, was zu tun sei, falls
diese Trockenheit anhalten sollte. Man übte sich zwar in Optimismus „Es hat schon
immer wieder im Winter genügend geregnet“, doch einige potentielle Mitruderer
blieben über die Wintermonate skeptisch und erkundigten sich – insbesondere
während einer Trockenphase im Frühjahr 2019 - bei den Vortourlern wiederholt nach
den Wasserständen der Weser. So kam der Plan auf: „Wenn nicht genügend Wasser
vorhanden ist, dann machen wir halt eine Radtour, denn die Hotels sind ja schon
gebucht.“ Auf den Bootshänger wären dann halt Fahrräder zu laden und einige
Ruderer hätten beweisen müssen, dass sie nicht nur im Boot noch sportlich genug
sind. Und hatte sich RK Hubert nicht schon immer eine Wanderfahrt ohne Boote
gewünscht?

 

Angesichts gelegentlicher Regenphasen in den Wochen vor der Wanderfahrt
beruhigten sich die Gemüter aber wieder.
So kam der Tag des Verladens der Boote, nachdem Klaus und Gerhardt
dankenswerterweise die ausgewählten Boote technisch inspiziert und, wo nötig, auch
repariert hatten. Das Verladen „supervisionierte“ unser erfahrener Oberschirrmeister
Rudolf mit weitem Überblick von der Terrasse des Restaurants aus.
Sodann wurde der Bus und Bootshänger mit Fredys Geschick, das einem
altrömischen Wagenlenkers ähnelte, über die Höhen und durch die Kurven der
achterbahngleichen Autobahn der Kasseler Berge gelenkt. Während dieser Hinfahrt
überquerten wir auch die Fulda, die wir aus den Augenwinkeln heraus
vorahnungsvoll nur als braun geflutet wahrnahmen. Angekommen an der geplanten
Einsetzstelle in Vaake, Ortsteil von Reinhardshagen, erkannten wir unsere Weser
nicht mehr:


Ein breiter wilder, glucksender und brauner Mahlström schoss an uns vorbei. Auf
dem Wasser trieben wasserspinnengleich ganze Bäume mit laublosen Astkronen,
dicke Baumstämme wogten durch die Strudel als ob sich Krokodile in die Weser
verirrt hätten – es fehlten nur noch die Wasserleichen, um das Schreckens-Szenario
zu vervollkommnen. Die Pritsche selbst war nicht zugänglich; sie lag weit vom Ufer
entfernt, beinahe mitten im Fluss. An der Pritsche selbst häufte sich Treibholz auf,
die Strömung drückte sie teilweise unter die Wasseroberfläche.
Und der Grund für dieses Desaster? In der Nacht zuvor hatte es in Nordosthessen
Regenfälle mit bis zu 100 l pro Quadratmeter gegeben. Selbst in Hannoversch-
Münden flossen die Fluten durch die Altstadt, wie uns der Wirt unseres dortigen
Hotels auf seinem Handy-Video zeigte. Ein alter Anwohner gab eine Einschätzung:
„Das dauert drei bis vier Tage, bis das durch ist!“


Resigniert bis ratlos ließen wir den beladenen Hänger erstmal an der Uferstraße
stehen und fuhren zu unserem Hotel nach Hann.-Münden, wo wir bald zu einem
gemeinsamen Abendessen in den Tiefen des Ratskellers verschwanden. Einige
taten sich am üppigen Buffet gütlich, andere begnügten sich mit kleineren
„schlafensfreundlicheren“ Portionen. Diejenigen unser Wanderfahrtsteilnehmer, die
noch nicht die Situation an der Anlegestelle gesehen hatten, konnten sich trotz
unserer drastischen Schilderungen noch kein so richtiges Bild machen und so klang
der Abend in einem Biergarten zwischen den Altstadthäusern, die schon den
berühmten Doktor Eisenbart gesehen hatten, fröhlich bis zuversichtlich aus.
Am nächsten Morgen trafen sich die Wanderfahrer der beiden Busse an der
Anlegestelle; die Hochwassersituation hatte sich kaum verändert. Ratloses
Besichtigen, vorsichtiges Einschätzen, geteilte Meinungen über die Befahrbarkeit des
wütenden Flusses, bis Schimmel –schamanengleich - den leisen Satz aussprach:
„Einen solchen Fluss in diesem Zustand würde ich – wenn überhaupt – nur mit den
erfahrensten Ruderkameraden befahren!“ Danach war beeindruckte und
überwiegend erleichterte Stimmung zu verspüren.
So fuhr man mit den beiden Bussen und dem beladenen Hänger weiter durch die
herrliche Weserberglandschaft und es geschah, was noch nie auf einer Altsenioren-

Wanderfahrt geschehen war: Man(n) machte Einen auf Kultur! Allerdings sei hier nur
auf den einmaligen und gescheiterten Versuch von Moppel erinnert, der vor Jahren
während einer Wanderfahrt eine Besichtigung des Kunstmuseums auf der Miltenburg
organisiert hatte. Der Versuch endete damit, dass nach 10 Minuten Jochem schon
beim Mampfen von Erdbeertorte im Burgcafe erwischt wurde.
Konkret fuhren wir in den Bergpark Reinhardswald, um die Sababurg zu besichtigen,
die verwunschen, wie man dies von einem Dornröschenschloss vermutet, auf einem
Berg mitten im Wald lag. Doch dieser zarte kulturelle Exkurs wurde sofort wieder
zunichte gemacht, denn das Schloss war – zu!!! Geschlossen für die nächsten Jahre,
als ob Dornröschen wieder seine Ruhe haben wollte.
So spazierten wir einen steilen Pfad zu einem Biergarten im Bergpark hinunter,
wobei wohl keiner beim Abstieg daran gedacht hatte, dass man nach genossenem
Bier wieder hinauf musste. Auf dem Rückweg waren Schnaufen, Stöhnen, Gebrumm
zu hören und man vermisste schon jetzt wieder das Rudern.
Über Bad Karlshafen - mit einem kurzen Stopp, um den dortigen frisch renovierten
alten Bootshafen zu besichtigen - fuhren wir weiter nach Würgassen zum malerisch
an der Weser gelegenem Gasthaus „Zur Linde“, das eigentlich als Ruderwanderrast
geplant war. Nach dem wieder von frugal bis üppig reichenden Mittagessen
inspizierte man den Wasserstand und die Fluten erneut. Die Lage hatte sich schon
leicht gebessert, kein Wunder bei dieser Strömung!
So fand sich eine tollkühne Mannschaft, die den Höllenritt auf den Fluten wagen
wollten: Schimmel, Fredy, Udo, Paul und Uli. Die Anderen entschieden sich vorerst
für die abwartende Zuschauerrolle. Sehr schnell war das Boot den Blicken
entschwunden und die Landratten fuhren direkt zum „Weserhotel Schwager“ in
Holzminden, das einen eigenen kleinen Hafen hatte. Rund um diesen Hafen
warteten nun die „trockenliegenden“ RKs auf das Erscheinen der wagemutigen
Bootscrew. Schneller als erwartet, tauchte die auch mitten auf dem Fluss auf. Kurz
vor der Flussbrücke steuerte das Boot geschickt in die durch einen Pfeiler der Brücke
ausgelöste ruhigere Gegenströmung, von der aus dann die Einfahrt in den Hafen mit
kraftvollen Ruderschlägen gelang. Eine wahrlich außerordentliche Leistung; die
Bootsbesatzung kann sich nun „von“ schreiben lassen, ob das im Sinne „von
nochmals davongekommen“ oder „geadelt durch besondere rudertechnische
Leistung“ zu verstehen ist, sei jedem selbst überlassen.
Der Abend wurde direkt an der immer noch sehr lebendigen Weser in einer Freiluft-
Hafenbar bei Brötchen mit Lachs oder Matjes und frisch gezapften Bieren
gemeinsam gefeiert. Ein uriger Ausklang an den Ufern der vorbeiströmenden Weser.
Der Wasserstand sank schon im Verlauf dieses stimmungsvollen Abends merklich.
Am nächsten Morgen war die Strömung zwar immer noch heftig, aber nicht mehr so
stark wie die Tage zuvor. Jetzt waren fast alle RKs wieder bereit, in die Boote zu
steigen. Richard, der für dieses Jahr dem aktiven Rudern eine Absage erteilt hatte,
begleitete auf seinem Spitzenrennrad die Boote; wie er sagte, hatte er streckenweise
Mühe, deren Tempo zu halten. Streckenweise ruderte man – wie Richard auf seinem
Fahrrad-Tachometer messen konnte - mit einer Geschwindigkeit von 21 Stunden-
Kilometern.

Und dieser Rekord hatte nichts damit zu tun, dass man bald die Stadt des
„Lügenbarons von Münchhausen“ Bodenwerder erreichte. Das Landkommando
transportierte unterdessen auf sehr schmalen Landstraßen den Hänger über die
höchsten Weserberge, um die Flussbiegungen abzukürzen. Manch Dorfbewohner
staunte über das Ungetüm, welches sich durch die Dorfstraßen schlängelte.
In Bodenwerder ermöglichte das Landkommando den Wanderruderern ein sicheres
Anlegen, indem der Bootssteg näher ans Ufer gezerrt und freigeräumt wurde;
dennoch glitt der eine oder andere Ruderer beim Aussteigen auf dem Matsch aus
und nahm ein unfreiwilliges Fangobad.
Wohl in einer Art Vorahnung, was auf dem Kameradschaftsabend geboten werden
sollte, pausierte man in einer griechischen Kneipe. Am Nachmittag wagten sich dann
alle RKs - bis auf das eingeteilte Landkommando – auf die Fluten und am frühen
Abend kamen wir in der schönen Stadt Hameln an. Bei einem gemeinsamen
Abendessen zeigte Bertram mit einer Runde Pilz seinen 50. Geburtstag an. Dank
und Glückwunsch nochmals an ihn. Danach bummelte man durch die Gassen der
Rattenfängerstadt mit den prachtvollen Weserrenaissance-Fassaden der
Bürgerhäuser.
Auf der weiteren Fahrt am Samstag hatte sich der Fluss mittlerweile noch mehr
beruhigt und belohnte nun die Wanderfahrer mit seinem spezifischen Vorteil, der
hohen Fließgeschwindigkeit. Nicht ganz so stressfrei ging es derweil beim
Landkommando zu; Navigationsprobleme sorgten für zusätzliche Kilometer.

Der Kameradschaftsabend fand in einem geschmackvoll dekorierten Raum im Hotel
Bonneberger Hof in Vlotho statt. Die Tradition dieses Abends konnte mit dem
Fußballfieber einiger RKs harmonisch verknüpft werden. Vortragende waren unter
anderen Schimmel, Jochem und Moppel. Letzterer stellte mit seiner Vortragskunst
nicht nur sein gutes Gedächtnis unter Beweis.
Außerdem gab es „einschneidende“ Soloeinlagen wie den Gesangsvortrag von
Dieter. Sehr artikuliert und sowohl Sänger, als auch Dirigent in einer Person, trug er
den Schlager „Griechischer Wein“ (sieh oben) vor, wobei die RKs mehr oder minder
lustvoll den Refrain übernahmen.
Aber auch ein gemeinsames Lied gehörte zum Abend: „Junge, komm bald wieder…“,
wurde speziell für den in Südafrika lebenden RK Roger gesungen und diesem per
Handy übertragen. Er hatte sich eine solche Darbietung gewünscht und dafür zwei
Getränkerunden geschmissen – klar, dass die RKs sich mit ihren besten Tönen
hören ließen.
Traditionell wurde am Kameradschaftsabend das Rudergebiet für das kommende
Jahr ausgewählt. Es soll in „in den Osten“ gehen; Näheres wird in der Verantwortung
der Magdeburger liegen.
Am Sonntagvormittag wurde Richtung Minden die sogenannte Porta Westfalica
passiert, der Durchbruch der Weser durch das Wiehen- und Wesergebirge. Die Fahrt
auf der launischen Weser endete bei nahezu glattem Wasser am Mindener
Ruderclub und dann ging es gut gelaunt retour nach Hanau.

Jochen Sbierski