UPDATE / Sonntag, 6.8.2023
Die Hassia-Erfolgswochen gehen weiter. Nach dem U23-WM-Titel von Ole Hanack Ende Juli, holen unsere Hassianer bei der U19-WM in Paris dreimal Silber. Die Hassia stärkt damit ihre Rolle als einer der Top-Talent-Entwickler im deutschen Rudersport, was auch auf der Regattastrecke in Frankreich durchaus Anerkennung fand. Simon Gimplinger, Jakob Rastetter und unser Steuermann Leonard Rieth sind U19-Vizeweltmeister und nehmen stolz eine Silber-Medaille und eine unglaubliche Erfahrung mit zurück an den Main.
Den Anfang auf dem Podium machte am Samstagmorgen Leonard Rieth. Im Finale des „Vierer mit“ musste sich das Team mit Sebastian Hopf (Münster), Leon Gronbach (Speyer), Levin Burkhart (Nürtingen) und Amadeus Maus (Stuttgart) nur Italien geschlagen geben. Bronze holte die Türkei. „Das deutsche Team war physisch stark und Leo war als Steuermann absolut akzeptiert. Das hat einfach alles sehr gut harmoniert“, sagt Robby Gerhardt. Der Hassia-Coach war Teil des Trainerstabs des Deutschen Ruderverbandes (DRV) in Paris.

Simon Gimplinger und Jakob Rastetter waren mit Alvar Flöter und Keno Salzmann von der Frankfurter Germania im „Vierer ohne“ am Start. Bereits um 8:50 Uhr sicherten sie sich mit einem zweiten Platz im Halbfinale die Endlauf-Teilnahme. Nichtmal zweieinhalb Stunden später erfolgte dann am Samstag in Paris das Startkommando im Rennen um die Medaillen. Rumänien holte den Titel. Aber das deutsche Boot, bekannt für seinen Kampfgeist, riss mit seiner Spurtstärke nicht nur die vielen Fans an der Strecke von den Sitzen, sondern auch das internationale Kommentatoren-Team, das den deutschen Kampf um Platz zwei gegen den bis dato amtierenden Weltmeister Großbritannien (4.) und Bronze-Gewinner Frankreich als „Sprint des Tages“ und „Performance of a Lifetime“ bewunderte.
Auch Robby Gerhardt, der dieses Team betreute, sagt: „Ein Hammer-Rennen. Eine sehr coole Mannschaft, die sich in der Vorbereitung großes Selbstvertrauen erarbeitet hatte. Und die über einen enormen Willen verfügt.“ Dennoch waren die Voraussetzungen in Paris nicht einfach. Schlechtes Wetter und Wellen über die gesamten WM-Tage. „Darauf hatten wir uns aber schon im Trainingslager in Berlin vorbereitet. Wir sind bei schlechtesten Bedingungen in Grünau auf’s Wasser. Ich habe manchmal zusätzlich mit dem Trainer-Motorboot Wellen gemacht, das hat geholfen.“ Beleg dafür, der Vorlaufsieg gegen starke Konkurrenz. Das Rennen brachte dem Team mental Rückenwind. Es war klar, dass in Paris durchaus etwas möglich ist. Selbst die witterungsbedingte Rennverlegung, mit dem Halbfinale und dem Finale innerhalb nicht mal 2,5 Stunden, tat der Stimmung keinen Abbruch. „Der zweite Platz im Halbfinale hinter dem amtierenden Weltmeister Großbritannien gab zusätzlich Selbstvertrauen“, sagt der Coach. Im Endlauf kam das Team mit den beiden Hanauern zunächst nicht gut weg, rangierte auf Platz vier und fünf. Aber dann spielte die Crew auf den letzten 500 Metern ihre Sprintqualitäten aus. „Da haben sie sich nochmal richtig reingehauen“, sagt Gerhardt. „Der Teamspirit hat den Unterschied gemacht.“


Währenddessen kamen unser Juniorinnen Jacqueline Reitz und Jara Herbert im Ersatzleute-Rennen am Freitag zum Einsatz. Sie holten sich in einem packenden Finish gegen die USA den Sieg im „Zweier ohne“. Gefeiert von vielen Fans an der Regatta-Strecke und dem gesamten DRV-Tross. „Paris war für die beiden auch ein großartiges Erlebnis. Sie haben die ganzen Wochen, von der Vorbereitung bis zur WM super Einsatz gezeigt und sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Dafür gab es großes Lob vom Trainerteam und dem gesamten DRV-Tross“, sagt Gerhardt.












Fotos: Meinruderbild.de und Britta Engert